Wertschätzung
Wertschätzung

Was gibt es schöneres als wertgeschätzt zu werden? Doch warum wird es immer weniger und was genau hat das mit Kommunikation, Ausstrahlung und Selbstbewusstsein zu tun, bzw. was hat Wertschätzung damit zu tun? Darum geht es bei dieser Buchempfehlung. Es scheint so ein selbstverständliches Thema zu sein, dabei gibt es vieles, dass rund um dieses Thema sehr spannend ist und was mir durch dieses Buch erst bewusst geworden ist. Geschrieben wurde dieses Buch von Prof. Dr. med. Reinhard Haller, österreichischer Psychiater, Psychotherapeut und eben Sachbuchautor.

„Wir leben in einer Welt, die emotional erkaltet und zunehmend von Egomanie, Algorithmen und Gewinnoptimierung geprägt ist.“
(Einleitung)

Wenn du mir schon länger folgst weißt du sicher, dass mich diese Entwicklung persönlich sehr traurig macht und das ich es ähnlich empfinde wie Hr. Haller. Beobachtet man den Umgang der Menschen miteinander, ob gesellschaftlich, innerhalb der Familien oder auch im Netz, macht mir das etwas Angst. Damit will ich nicht sagen, dass früher alles besser war aber unsere Welt verändert sich und was das zwischenmenschliche angeht vielleicht nicht in die beste Richtung. Betrachten wir nur mal eines der Themen die immer populärer werden.

Zum Beispiel Mobbing. In dem „Mobbing-Report“ (einer Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland), gaben 60 % der befragten an, schon einmal Mobbing am Arbeitsplatz erlebt zu haben. Passiv oder Aktiv! Und das hat Auswirkungen, für denjenigen der gemobbt wurde aber auch für denjenigen der mobbt.

„Nach einer Untersuchung der Psychologin Sara Konrath von der University of Michigan (2011) sind die Empathiewerte innerhalb von 30 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen!“
(Seite 25)

Also aus meiner Perspektive, jemandem der ein miteinander wichtig ist, sind das wirklich erschreckende Werte. Ein anderes Buch auch mit diesem Bezug (stelle ich euch auch noch vor) hat das mit anderen Statistiken bestätigt. Es ist leider kein Einzelfall und auch eine Entwicklung der Gesellschaft die man schon länger abzeichnen kann. Vielleicht empfindest du es ähnlich? Naja, die Gründe sind vielfältig und je nach Untersuchungskontext gib es verschiedene Erklärungen und einige behandelt der Autor auch in diesem Buch.

Die Definition von Wertschätzung ist: Ansehen, Achtung, Anerkennung. Und wir Menschen brauchen das für eine gesunde Psyche und eine funktionierende Welt. Wir sind emotionale Wesen, auch wenn es einige Exemplare in der freien Wildbahn da draußen gibt die sich völlig von Emotionen frei sprechen, ist es wie es ist. Unser System, biologisch und psychologisch funktioniert zu einem großen Faktor aus Emotionen. Rationales und objektives Denken ist eigentlich unmöglich, auch wenn wir uns das selbst oft einreden oder gerne so hätten. Wenn du dich mit Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigst, ist dass ja keine neue Nachricht für dich.

„Betrachten wir nun die Wertschätzung an sich: Sie basiert auf Aufmerksamkeit und Beachtung und beinhaltet des weiteren Achtsamkeit, Respekt oder Achtung sowie positives Feedback, also Anerkennung.“
(Seite 57)

Ich will jetzt auch gar nicht weiter schwarzmalen, denn immerhin gibt es eine Lösung. Wertschätzung beginnt wie alles andere bei dir! Und man kann sie üben und fördern, jeder für sich selbst. Solltest du dir also mehr Wertschätzung auch dir gegenüber in deinem Leben wünschen, dann fang einfach an wertschätzend zu sein, dich damit auseinanderzusetzen und so wie der Autor in diesem Auszug schreibt, deine eigene Achtsamkeit, Respekt und Achtung gegenüber anderen Menschen zu trainieren. Hol dich raus aus dem Sumpf und mach einen Unterschied.

Gut, oft wenn ich die Menschen auf ihre eigene Verantwortung aufmerksam mache kommt zurück: Es ändert ja nichts daran das andere schlechte Menschen sind. Das stimmt, man kann niemals einen anderen Menschen verändern und man sollte auch keine Reden darüber halten, warum jetzt der andere Wertschätzender sein soll. Niemand verändert sich, wenn er nicht selber will. Doch du kannst ein gutes Vorbild sein und in dem du gewisse Dinge änderst, werden Menschen sich dir gegenüber verändern. Du bekommst was du gibst!

Und da kann ich dir ein gutes Beispiel aus meinem eigenen Leben erzählen, zum Beispiel das Thema lästern und abwerten. Ja früher hab ich da auch mitgemacht, klar weil ich selbst extrem unsicher war, mich beweisen und besser machen wollte. Dann irgendwann (jetzt schon vor knapp 5 Jahren) hab ich für mich beschlossen, ich werde nie wieder schlecht über einen anderen Menschen reden. Und das hat meinen Umgang mit Menschen und auch wie die meisten Menschen mit mir umgehen grundlegend verändert.

Lästern tut mir selbst nicht gut und dem anderen erst recht nicht. Wenn ich irgendwo in so was reingezogen werde oder dabei stehe wenn andere das tun, entziehe ich mich oder versuche bewusst die perspektive des anderen in das Gespräch zu bringen. Beliebt mache ich mich vielleicht nicht immer damit, immerhin gibt es viele Menschen deren Hauptgesprächsthemen andere und deren Fehler sind aber das ist mir egal. Ich weiß nicht ob es noch Menschen gibt die über mich lästern, was mir auch mittlerweile ziemlich egal ist, aber zumindest habe ich seit Jahren nichts mehr mitbekommen und das war früher auch anders.

Nicht zu lästern, abwertend oder verletzend zu sein, bedeutet auch nicht das man alles was andere machen ignoriert, jedoch trenne ich bewusst die Handlung desjenigen von ihm als Mensch. Nur weil jemand etwas tut, was jetzt nicht meiner Meinung, Ansicht oder Werten entspricht. Eben etwas das ich nicht gut finde oder als verletzend, egoistisch oder „falsch“ betrachte, bedeutet nicht gleich das der ganze Mensch ein Vollidiot ist.

Was mir auch nicht immer gelingt, aber zu 90 % mittlerweile und das ist das was zählt (für mich). Was ich meine ist, wenn jemand etwas tut was einem selbst zwar nicht entspricht, kann man trotzdem wertschätzend sein, so werden dich auch Menschen behandeln wenn sie merken wie du bist und damit wieder zurück zum Buch.

Die sieben Stufen der Wertschätzung.

Der Autor beschreibt 7 Stufen die mit Wertschätzung einhergehen und wie man diese fördern kann. Vor allem wie man selbst seine eigene Empathie – Fähigkeit und damit Wertschätzung, sich selbst und anderen gegenüber verbessern kann. Diese Stufen wie Liebe, Vertrauen und Achtsamkeit mögen auf den ersten Blick sehr „süß“ wirken und vielleicht denkst du dir, dass es zu „weich“ ist aber das sind sie definitiv nicht. Nehmen wir eine Führungskraft.

Wenn eine Führungskraft kein Vertrauen in seine Mitarbeiter hat, wird sie nicht wertschätzend sein. Wenn man nicht achtsam ist, werden einem viele Dinge gar nicht auffallen und wenn man generell kaum oder wenig an die Liebe glaubt, wird das Leben sehr anstrengend. Ich hätte dieses Buch auch in alle anderen Kategorien geben können.

Auch ein sehr spannender Aspekt ist, dass der Autor sich in diesem Buch mit dem Thema Kränkung auseinander setzt. Denn Kränkungen können sehr vielfältig sein und sehr tiefe Wunden hinterlassen. Wertschätzung ist zum Beispiel nicht mehr möglich wenn wir gekränkt sind und durch dieses Buch wurde ich noch einmal sehr sensibilisiert auf die viele Kränkungen die ungewollt und unabsichtlich passieren, was das bewirkt und was für ein Schatz Kränkungen für einen selbst sein können, war mir vorher nicht in diesem Ausmaß bewusst.

„Kränkungsmuster lassen deshalb Rückschlüsse zu auf alles, was uns wichtig ist, auf noch nicht verarbeitete seelische Verletzungen und das manchmal gar nicht bewusste Bedürfnis nach positiver Zuwendung.“
(Seite 80)

Ok, wow. Wie du vielleicht merkst ist das ein sehr vielfältiges Thema, dass mir persönlich sehr am Herzen liegt. Ich glaube das hier ist die bisher längste Rezension die ich hier auf meinem Blog bisher geschrieben habe. Aber es ist auch einfach so ein vielfältiges und wichtiges Thema. Die Qualität unserer Beziehungen, egal in welchem Lebensbereich, haben einen unglaublichen Einfluss auf alles in unserem Leben. Und das ganze Thema braucht mehr Aufmerksamkeit. Ich freue mich ja riesig, das so ein Buch ein Bestseller ist und sich viele Menschen damit auseinandersetzen, auf der anderen Seite zeigt es auch wie sehr ein Mangel an Wertschätzung herrscht. Warum sonst sollte dieses Buch, veröffentlicht 2019 – jetzt Anfang 2021 schon in der 9. Auflage erscheinen?

Lesenswert ist es wirklich für jeden und auch umlegbar auf alle Bereiche. Vor allem wenn man viel mit anderen Menschen zu tun hat (ganz besonders Führungskräfte). Ich bin mir sicher vielen ist gar nicht bewusst, was alles durch fehlende Wertschätzung beeinflusst wird. Wie der Untertitel sagt: Wie wir andere stark machen und dabei selbst stärker werden.

Von Herz zu Herz ♥
Deine Erika

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