Gewaltfreie Kommunikation

Ein absoluter Klassiker, wenn es um Kommunikation geht und das zu recht. Ich würde sogar sagen, dass dieses Buch für jeden etwas ist, auch wenn man sich nicht vordergründlich mit Kommunikation beschäftigt, sondern einen Weg sucht andere (und auch sich selbst) besser zu verstehen. Dabei kann der andere jeder sein, Partner, Kollege, Kinder. Denn die Gewaltfreie Kommunikation lehrt, neben sich auszudrücken auch mal einen Blick auf seine eigenen Bedürfnisse zu werfen.

„Unser Ziel ist es eine Beziehung,
deren Basis Offenheit und Mitgefühl ist.“
(Seite 87)

Ich glaube, wenn man nach einem Kern sucht, kann man bei der Gewaltfreien Kommunikation von einer Bedürfnis basierenden Kommunikation sprechen. Und das auf beiden Seiten, als Sprecher muss man sich im klaren werden, was man eigentlich gerade spürt und wahrnimmt und beim zuhören darum, dem anderen empathisch entgegen zu treten. Hört sich im ersten Moment nicht nach rocket science an aber es ist wirklich gar nicht so einfach.

Lass uns kurz über Bedürfnisse sprechen, weißt du wirklich immer was gerade in dir vorgeht und was genau dich gerade ärgert? Ich erzähle dir dazu am besten eine kleine Gesichte: Vor ein paar Monaten war ich bei meiner Kosmetikern und mein Freund hat mich begleitet. Während ich in der Behandlung war, war er ein wenig in der Stadt spazieren. Als ich fertig war, hatte er Hunger und wollte noch was essen gehen. Eigentlich eine schöne Idee, wenn du aber vielleicht schon mal bei der Kosmetik warst, weißt du vielleicht, direkt danach sieht man nicht wirklich erholt aus. Ich hatte ein rotes Gesicht und normalerweise gehe ich danach immer direkt nach Hause.

Tja, diesmal nicht, er überredetet mich ein wenig, doch noch essen zu gehen, weil es ja nicht so schlimm ist und ich lies es zu. Im Laufe der nächsten Stunden wurde ich aber richtig wütend auf ihn und bis wir zuhause waren, waren wir schon fast in einem Streit. Hier lag ein klarer Fall von, ich habe mein Bedürfnis nicht wahrgenommen und kommuniziert. Er hat es nur gut gemeint und wollte mich zum essen einladen und wahrscheinlich hat er mein rotes Gesicht wirklich nicht so extrem wahrgenommen wie ich es tat, doch weil ich mein eigenes Bedürfnis nach Rückzug nicht wirklich kommunizieren konnte und auch nur schwer wahrnehmen, haben sich meine negativen Emotionen auf ihn projiziert, denn er war ja der Auslöser, bzw. ohne ihn wäre es nicht dazu gekommen.

„Unsere Aufmerksamkeit richtet sich eher darauf, zuzuordnen, zu analysieren und Ebenen des Fehlverhaltens zu identifizieren, als auf das, was wir und andere brauchen und nicht bekommen.“
(Seite 30)

Durch dieses Buch habe ich mich persönlich angefangen mit meinen eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen und einige denen ich es empfohlen habe, ging es genauso. Wenn du nämlich als Kind nicht gelernt hast, das deine Empfindungen wichtig sind und deine Bedürfnisse (z.B. nach Ruhe, Rückzug, Abenteuer, Autonomie usw.) wahrgenommen wurden und du sie ausdrücken durftest, dann wirst du sie sicher (so wie ich und sehr viele Menschen die ich kenne) unterdrückt haben und deinen Eltern gehorcht. Das ist jetzt nur ein wirklich minimaler und sehr schwach angeschnittener Teil im Bereich deiner Erziehung. Aber alles was du als Kind gelernt oder auch nicht gelernt hast, ist etwas das du als Erwachsener mit dir trägst und was deine Kommunikation und eben alle deine Interaktionen beeinflusst.

Kommen wir zum Aufbau des Buches:
Eigentlich ist das Konzept der gewaltfreien Kommunikation extrem simpel. Beobachten, Gefühle, Bedürfnisse, Bitten. Das Problem, die meisten Menschen steigen schon bei Punkt 1 aus, weil sie gleich verurteilen, bei Punkt 2, weil sie nicht in Kontakt mit ihren Gefühlen sind (es gibt an die 70 verschiedenen Emotionen, wie viele davon kannst du benennen?), beim 3 Punkt weil sie ihre eigenen Bedürfnisse, die hinter der Emotion stehen, nicht wahrnehmen und naja, bei Punkt 4 weil sie es nicht (oder falsch) kommunizieren.

Dieses Buch bekommt von mir 5 von 5 Sterne, weil es einen in den gesamten Prozess der Kommunikation mitnimmt und kein Rhetorischer, wie sage ich welche Sätze, Leitfaden ist.
Und weil ich wirklich glaube, dass es einem in egal welcher Konstellation extrem hilfreich sein kann. Auch beim Umgang mit Kindern, glaube ich bringt es einem enorm viel. Und es gibt nach jedem Kapitel wirklich gute Übungen und Fragen, die du gleich Anwenden kannst. (Oder wenn du tiefer einsteigen willst, bestell dir gleich das Übungsbuch dazu)

Ich meine:
Wo hast du gelernt zu kommunizieren und wie Sprache wirkt? Wir lernen alles mögliche in der Schule aber so etwas grundlegend wichtiges wie Sprache nicht. Wir lernen nicht (oder in den seltensten Fällen) wie sie wirkt, was sie bewirkt, welchen Einfluss unsere Analysieren, Interpretationen und das was wir verstehen, alles für einen Einfluss auf jede zwischenmenschliche Interkation hat. Hast du dich schon mal mit jemandem gestritten, mit dem du nicht geredet hast?

Also, wenn du in deinem Leben nur ein einziges Buch lesen willst, dann empfehle ich dir dieses hier.

Von Herz zu Herz ♥
Deine Erika

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