Also dieses Buch hat mich umgehauen! Der Dialog ist ein Konzept von David Bohm, von dem ich extrem begeistert war und deswegen habe ich mir noch andere Bücher darüber besorgt. (Verschiedene Perspektiven und Meinungen zu einem Thema schaue ich mir gerne an.) Martina, Johannes F. und Tobias Hartkemeyer sind die Autoren, dieses Werkes. Kommen wir aber nun zur Dialogischen Intelligenz.

>Der „Dia-log“ bedeutet demnach das „Fließen von Sinn“, das Suchen und Entwickeln neuer, zuvor nicht bekannter Bedeutungen in einer Gruppe um durch die Menschen (dia:[hin-] durch, logos: Wort, Sinn, Bedeutung). Der Dialog soll ermöglichen, den Voraussetzungen, Ideen, Annahmen, Überzeugungen und Gefühlen von Menschen auf den Grund zu gehen.<
(Seite 56)

Ich meine WOW! Wer sich schon ein wenig mit Kommunikation auseinandergesetzt hat, sollte wissen, dass wenn 2 Menschen miteinander reden, völlig verschiedene Welten, Gedanken und Perspektiven aufeinander prallen. Das kann gut gehen, wenn beide sich ähnlich sind, aber auch mächtig schwierig werden. Der Dialog ist ein Konzept bei dem es darum geht das Gespräch dazu zu nutzen, alle beteiligten zu HÖREN. Und damit meine ich Ihre Ansichten, Perspektiven, Glaubenssätzen, also alles was sich hinter der Sprache befindet.

Ich weiß nicht wie viele verschiedene Komunikations -Methoden, -Techniken ect. ich schon begegnet bin und alle sind sehr sehr wertvoll. Doch das Konzept vom Dialog umfasst einfach mal alles in einem. Das mag sich jetzt im ersten Moment nach nichts besonderem anhören, da es ja „eh klar“ sollte, doch mal direkt gefragt:

Wie viel Raum lässt du deinem Gegenüber,
damit er, er selbst sein kann?
Wie schnell gehst du in die Verurteilung,
Beurteilung und in die Trennung?

Und das ist überhaupt nicht angreifend gemeint, sondern eine nackte Tatsache! Wir verurteilen, beurteilen, kategorisieren in gut und böse, interpretieren und haben annahmen, und das völlig automatisch. Unser Gehirn ist darauf programmiert, um uns vor Gefahren zu schützen (also dem Säbelzahntiger damals). Und das erstmal bewusst anzunehmen, sich dessen vollkommen Bewusstsein und dann TROTZDEM in den Austausch zu gehen, das ist der Dialog. Es geht nicht um richtig oder falsch, moralisch vertretbar oder dem Versuch den anderen zu überzeugen. Es geht ganz alleine darum, verstehen zu wollen, was hinter den Sichtweisen des anderen stecken.

Argumentativ in andere Rollen hineinzuschlüpfen erfordert Einfühlungsvermögen. Solche Empathie, solches Mitgefühl für das Gegenüber ist Grundlage für den Versuch, die Welt aus der Perspektive des anderen zu sehen und auch Gegensätze und Paradoxien als gleichwertig und gleichberechtigt stehenlassen zu können.“ (Seite 28)

Mir fällt es richtig schwer etwas auszusuchen um es hier mit dir zu teilen, weil ich sicher fast das halbe Buch markiert habe. Deswegen ja auch 5 von 5 Sternen! Gut, kommen wir zum Aufbau des Buches: Der Dialog ist ein doch sehr philosophischer Ansatz, es geht überhaupt nicht um Fragetechniken, Zuhörmethoden oder ähnliches, sondern dem Kern einer Unterhaltung, vor allem bei gegensätzlichen Meinungen.
Neben einer wirklich sehr guten und verständlichen Erklärung des Prinzips, sind verschiedene Interviews enthalten.

  • David Bohm
  • Martin Buber
  • Ruth Cohns
  • Verena Kast
  • Brian Goodwin
    und noch mehr, bieten Ihre Sicht auf den Dialog und der Essenz der Kommunikation, was sehr inspirierend ist.

Doch findet man nicht nur Theorie und Inspirationen, sondern auch Beispiele wie der Dialog in Unternehmen, Politik oder auch im normalen Gespräch eingesetzt werden kann. Hierbei geht es aber mehr darum zu lernen wie ein Dialog stattfindet und was man selbst mitbringen muss (Offenheit, Geduld, lernende Haltung).

Man mag jetzt zwar glauben, dass der Dialog ein theoretisches Konstrukt ist, da es ja keine wirkliche To-Do Anleitung gibt, doch das ist er auf keinen Fall. 2015 hat das Dialog Quartett aus Tunesien den Fridensnobelpreis für ihr Projekt bekommen. Denn sie haben es geschafft verschiedene Seiten an einen Tisch zu bekommen und gemeinsam etwas zu verändern. (Gewerkschaftsbund, Arbeitervereinigung, Menschenrechtsorganisation, nationale Anwaltskammer.)

Der Dialog ist kein Kompromiss!

Kurz zum Abschluss, möchte ich noch auf den Unterschied von Dialog zu Kompromiss eingehen. Bei einem Kompromiss müssen sich die Parteien irgendwo in der Mitte treffen, wobei beide verlieren. Beim Dialog muss keiner verlieren, sondern es wird auf Augenhöhe und mit Verständnis ein Weg gefunden. Dauert sicher länger aber am Ende sind alle zufrieden und keiner fühlt sich benachteiligt. Stell dir vor wie unsere Politik oder Unternehmen sein könnten, wenn sie statt Diskussion und Kompromiss sich auf den Dialog konzentrieren würden?

Für mich eine große Möglichkeit wirklich was zu verändern, zwischen Menschen, in der Gesellschaft, in Unternehmen und auch in der Politik. Ich hoffe wirklich das sich mehr Menschen dem Dialog widmen würden, deswegen auch von mir eine absolute Herzensempfehlung!

Von Herz zu Herz ♥
Deine Erika

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