Vor ein paar Tagen wurde ich zu einem Thema gefragt, wie ich die Entwicklung in der Zukunft einschätze. Eigentlich nichts ungewöhnliches in diesem Gesprächskontext und auch über das Thema hab ich eine Einschätzung, bzw. damit beschäftige ich mich schon lange. Doch irgendwas hat es in mir ausgelöst, was genau weiß ich eigentlich noch nicht, aber es lässt mich nicht los. Nicht die Frage selbst sondern ob es eigentlich eine Einschätzung geben kann die richtig ist? Daraus entstanden -> Gossen Philosophie!

Philosophie ist die Liebe zur Weisheit oder Klugheit!

Gestern habe ich mich dann mit Philosophie im Kern beschäftigt, was ist das eigentlich und was bringt sie uns?
Fangen wir mal so an:
Bedeutung: Lehre vom Ganzen bzw. vom Sein; Ursprung und Wesen der Dinge; Lehre über Erkenntnis und Wahrheit; persönliche Betrachtungsweise des Lebens.
Herkunft: 15. Jahrhundert von lateinisch „philosophia“, entlehnt vom altgriechischen mit der Bedeutung „Weisheitsliebe“ mehr findest du hier!

Philosophie ist die älteste Disziplin der Wissenschaft und in den Anfängen konnte man nur Philosophie studieren, erst später entstanden andere Disziplinen wie Medizin, Biologie, Physik ect. Und es geht darum Fragen zu stellen, Fragen die den Geist öffnen und neue Möglichkeiten, Sichtweisen und Perspektiven aufzeigen. Das ist auch der Grundgedanke der Wissenschaft, altes zu prüfen, hinterfragen und neue Bereiche zu entdecken (auch wenn man in einem Studium eigentlich überwiegend alte Theorien und Dinge lernt, zumindest in meinem BWL Studium). Doch das ist jetzt nicht das Thema.

Philosophie öffnet den Geist!

Kommen wir noch kurz zurück zu der Frage die alles auslöste und die Fragen die ich mir daraufhin stellte. Ich würde schon behaupten, dass ich mich im Vergleich zur großen Masse sehr viel mit dem Thema beschäftige, zum einen durch mein Studium aber auch durch die Bücher, die ich lese, Podcasts, die ich höre und Blogs, denen ich folge. Doch kann auch ich mich nur auf das beziehen, was ich konsumiere und was ich für mich aufgrund meiner Vergangenheit und Erfahrungen daraus schließe oder was „Experten“ zu dem Thema sagen.

Doch wissen kann ich es nicht. Meine Einschätzung ist eine subjektive Betrachtung der Dinge und auch ein subjektives Selektieren der Informationen. Und auch das was von „Experten“ kommt ist in den meisten Fällen eine subjektive und selektierte Meinung, denn jeder Mensch kann nur das Wissen, was er in der Vergangenheit erlebt, gelernt oder wahrgenommen hat. Egal in welchem Bereich, wir beziehen uns immer auf die Vergangenheit und Hunderte, wenn nicht Millionen Informationen aus der Quelle die wir gewählt haben.

Ganz bedeutend ist der Punkt: Quelle die wir gewählt haben. Denn eine objektive Meinung über etwas zu bilden erfordert es auch die konträren Meinungen zu hören und sich mit diesen genauso wie mit denen man übereinstimmt zu beschäftigen. Doch mal im Ernst, wer tut das?


Selbst im Studium forsche ich in meiner Bachelorarbeit in die Richtung, in der ich meine Ergebnisse haben möchte oder erwarte, bzw. prüfe eine These mit Nachweisen die mir diese im besten Fall bestätigt. In den seltensten Fällen geht man einen anderen Weg (vielleicht wenn man einen Dr. schreibt oder sich einem Thema wirklich offen gegenüber stellt). So richtig offen für die andere Perspektive ist kaum jemand, auch mir fällt es oft nicht leicht. Nehmen wir einfach mal ein aktuelles Thema:

Covid Maßnahmen – was ist richtig und was falsch?

Und ich bin mir sicher, schon in dem Moment, in dem du die Headline gelesen hast, hattest du deine Meinung, doch woher stammt die? Aus den Nachrichten? Aus Forschungsbelegen? Durch kritisches Hinterfragen? Und auch bei diesen Fragen wird sich etwas in dir tun, entweder du bist Befürworter und fühlst dich angegriffen oder du bist Gegner und fühlst dich angegriffen, oder? Vielleicht merkst du schon worauf ich hinaus will, jede Seite hat ihre Argumente und ich bin mir sicher jede Seite hat ihre Beweise dafür, doch wo bleibt der Dialog?

Das, was man aktuelle beobachten kann sind fronten die gegeneinander kämpfen und sich beschimpfen. Alleine wenn ich an die politischen Debatten denke wird mir bange ums Herz, wo ist der Wille eine Lösung zu finden? Wo die Offenheit für andere Blickwinkel? Und das ist, glaub ich der Teil, in dem uns die Philosophie weiterhelfen kann. Denn dort werden keine Fragen gestellt, die angreifen, sondern verstehen wollen.

Gossen Philosophie und Dialog!

Ich bin kein Philosoph, wobei es heißt, dass wer Fragen stellt, die tiefer gehen ein Philosoph ist, doch was bringt mir eine Bezeichnung? Nichts, es ändert nichts an der Tatsache das wir aktuell in der Gesellschaft leichte Probleme haben im Bereich miteinander und das ist es, was mir schon immer besonders am Herzen lag. Das miteinander, die Kommunikation, der Austausch und das Öffnen für andere Perspektiven -> deswegen Gossen – Philosophie.
Und das beginnt zu Hause bei dem eigenen Partner, den Kindern und sich selbst gegenüber geht weiter ins Büro und dem Willen seine Mitarbeiter und Kollegen zu verstehen und endet in der Politik, wo Lösungen für eine Nation gefunden werden sollte. Doch oft sieht es leider ganz anders aus.

Beziehungen zerbrechen, weil jeder recht haben will und am besten den anderen zu verändern versucht, oder sie entstehen gar nicht, weil man glaubt, der andere sollte sein wie man selbst und sich nicht für die Andersartigkeit öffnet. Im Business wird immer noch viel zu oft von oben nach unten delegiert und das soziale System eines Unternehmens nicht beachtet und in der Politik, naja da beschimpft man sich lieber und fordert andere auf, zurück zu treten ohne selbst andere Maßnahmen vorzuschlagen.

Aber auch diese Sichtweise ist meine ganz eigene, du hast vielleicht eine andere und andere mit anderen Erfahrungen und Eindrücken. Und das ist vollkommen ok! Es geht nicht darum wer Recht hat, sondern das wir uns treffen und voneinander lernen, dass wir kommunizieren und einen Dialog führen, keine Diskussion.
Und es geht vor allem auch nicht darum keine Meinung zu haben oder wertfrei durch die Welt zu laufen, sondern sich wieder zu verbinden und zu erlauben das auch andere Meinungen ok sind. Denn nur so kann man zumindest ein klein wenig seinen Blick für das große ganze öffnen und auch, wenn man verschiedener Meinung ist miteinander harmonieren.

Wie wäre ein Welt in der wir offen wären?

Offen uns Fragen zu stellen die vielleicht im ersten Moment unbequem sind? Offen auch andere Perspektiven anzuerkennen und nicht nur zu tolerieren? Dürfte ich in so einer Welt solche Fragen stellen ohne mir Gedanken darüber zu machen ob ich qualifiziert genug bin und dafür angegriffen werde oder als kompliziert gelte? Wie schaffen wir es einen Dialog herzustellen, um nicht auszugrenzen sondern einzubeziehen?
Fragen über Fragen, von jemandem der sich gerade etwas hilflos fühlt und nur auf der Suche ist nach Antworten ist!

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