Sicher hast du dich schon einmal mit dem Thema Selbstliebe beschäftigt. Grenzen setzen, deine eigene Wahrheit leben und den ganzen Sachen die dazu gehören und bestimmt hast du eine eigene Meinung und ein Bild und mit großer Garantie auch Erfahrungen, zu dem Thema Egoismus. Aber wo hört das eine auf und beginnt das andere?
Wann tut man Dinge aus Selbstliebe, zum Beispiel eine Beziehung beenden oder etwas ablehnen und wann tut man es aus einem Egoistischen Hintergrund?

Ein Frage auf die ich selbst auch nicht so ganz eine Antwort habe und bestimmt kann sich diese jeder auch nur für sich selbst beantworten. Aber ich möchte mit dir etwas teilen, dass dich vielleicht dazu inspiriert, diese Bereiche neu zu überdenken. Vor ein paar Tagen habe ich ein sehr spannendes Video von Marianne Williamson gesehen, Sie ist Autorin, Speakerin und einfach eine sehr spannende Frau. Du kannst ja mal auf Youtube schauen, wenn dich das interessiert. Und Sie hat in diesem Video eine sehr spannende These aufgestellt.

Wenn wir frisch verliebt sind, Lieben wir ganz!

Ganz ehrlich, ich musste erstmal Schlucken.
Und jetzt fragst du dich vielleicht, was hat das mit Selbstliebe und Egoismus zu tun? Ok also kurz zu dem Video und der Quintessenz daraus.

Wenn wir frisch verliebt sind, sehen wir den anderen mit Liebe an. Alles was er tut finden wir Großartig oder tolerieren zumindest das was wir nicht so mögen. In der Phase der Verliebtheit, fragen wir uns mehr: Was kann ich für den anderen tun, wie kann ich ihm eine Freude machen und vielleicht auch, womit kann ich ihm zeigen wie sehr ich ihn mag. Wir tun einen Haufen Dinge nur weil wir dem anderen was guten tun wollen, ihn glücklich machen und dafür reicht uns dieses dankbare Lächeln, der Kuss oder die Umarmung die der andere uns schenkt. Wir verurteilen ihn nicht für die Dinge die wir nicht mögen sondern tolerieren sie einfach. Wir verlangen nicht sofort einen Ausgleich vom anderen und wiegen ab, wer jetzt mehr gemacht hat. Wir nehmen ihn wie er ist und geben aus vollem Herzen. Ruft der andere um 3 Uhr in der Früh an um uns zu sagen, wie sehr er uns vermisst, dann finden wir das süß.

Dann kommt irgendwann das Thema „Selbstliebe“

Irgendwann, so zwischen 6 Monaten und 2 Jahren, verändert sich das ganze und die erste Euphorie ist vorbei. Man fängt an an dem anderen die Dinge, die man vorher toleriert hat zu verurteilen und zu bewerten. Und wenn wir jetzt das Beispiel mit dem Anruf um 3 Uhr früh nehmen, dann freuen wir uns irgendwann nicht mehr sondern plädieren auf unseren Schlaf und fordert sich diesen ein, weil man sich ja selbst auch liebt und deswegen Grenzen setzt. Der Anruf ist ein sehr flaches Beispiel, lass uns das ganze noch an einem anderen beleuchten.

Man beendet Beziehungen, weil der andere einen so schlecht behandelt, aus Selbstliebe!

Nehmen wir meine letzte Beziehung: Diese habe ich Beendet, weil mein Ex-Freund mich vermeintlich schlecht behandelt hat. Er hat mit mir nicht das gemacht, was ich machen wollte. Hat Dinge getan, die ich nicht gut fand (die aber eigentlich gar nichts mit mir zu tun hatten) Er hat mich angelogen (weil ich ihm für die Wahrheit mehr Stress gemacht hätte als das ich ihn unterstützt hätte) Also habe ich irgendwann diese Beziehung beendet, aus Selbstliebe weil ich nicht möchte das mich jemand so behandelt. Im Laufe der Jahre, seit ich mit mir arbeite, viele Dinge über Psychologie und meine Persönlichkeit gelernt habe, bin ich darauf gekommen, das ich nicht aus Selbstliebe sondern aus reinem Egoismus das ganze beendet habe. Er wollte nicht so sein wie ich ihn haben wollte, ich konnte nicht meinen Kopf durchsetzen und (das ist wohl das schlimmste was ich getan habe) ich war NUR darauf fixiert was ICH wollte. Meine Vorstellungen, meine Weltanschauung, meine Regeln, meine Definition von gut und schlecht. Er hatte eigentlich gar keine Chance und eigentlich hat mich auch nicht wirklich interessiert, wie es ihm geht oder wie wir das gemeinsam schaffen können.

Deine Grenzen können auch purer Egoismus sein.

Ok, zurück zu diesem Video und was das damit zu tun hat. Am Anfang unserer Beziehung, war er der gleiche Mensch wie am Ende. Er hat die Dinge die ich jetzt nicht sonderlich feiere auch schon am Anfang gemacht, mit dem Unterschied, da habe ich sie noch toleriert (weil sie wie schon erwähnt, eigentlich nichts mit mir zu tun hatten) Genauso auch das anlügen, am Anfang unserer Beziehung konnte er mir noch alles erzählen ohne das ich ausgeflippt bin und es gleich als Angriff auf meine Person gesehen habe, weil ich als ich verliebt war ihm noch richtig zugehört habe und ihn als spannendes Individuum gesehen habe. Als das vorbei war, habe ich alles bewertet, beurteilt und auch das meiste abgewertet, wenn es nicht in meine Vorstellungen gepasst haben.

Wo endet Selbstliebe und wo beginnt Egoismus?

Und auch später beim Daten, bin ich immer wieder in die Falle vermeintlicher Selbstliebe getappt. Weil ich mir selbst so wichtig bin und mich liebe, gehe ich mit XYZ keine Beziehung ein, weil ich ja weiß das es nicht passt.
Aber Moment, ist das nicht auch irgendwo Egoismus? Ich Grunde möchte ich ja meine Vorstellungen und Erwartungen durchsetzen. Und ich glaube auch, je öfter wir eine Trennung hatten umso schwieriger wird es diese feine Grenze wahrzunehmen.

Was ich kurz noch betonen möchte, ich möchte auf keinen Fall damit sagen, dass man in einer Beziehung die einem psychisch und körperlich Schadet bleibt. Wobei das bedeutet hätte, das mein damaliger E-Freund eigentlich mit mir hätte Schluss machen müssen und nicht ich mit ihm, den damals war ich die, die ihm mehr geschadet hat als er eigentlich mir. Aber das sieht man wohl erst, wenn man anfängt zu fragen welche Dinge man in einer Beziehung aufgrund seines eigenen Verhaltens provoziert hat. Das ist aber ein anderes Thema 😉

Vielleicht hilft die Frage:
Wie war es als wir frisch verliebt waren?

Eine Lösung auf die Frage, wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe und Egoismus habe ich auch nicht. Das ist so individuell wie jede Beziehung einmalig ist. Aber die Theorie von Marianne finde ich sehr spannend. Liebe bedeutet, denn anderen so zu sehen wie er ist und seine Schönheit, Einzigartigkeit und das was er mir schenkt wertschätzen. Liebe bedeutet nicht nur darauf zu achten, was tut der andere was ich schlecht finde, was tut er was mir nicht gefällt und was tut er alles nicht für mich. Und das fällt uns am Anfang wenn wir verleibt sind noch sehr leicht. Also warum sich nicht einfach mal die Frage stellen: Wie würde ich reagieren (oder wie habe ich reagiert) als ich noch frisch verleibt war. Ich glaube es könnte eine tolle Möglichkeit sein und vieles wieder zurück zur Liebe bringen.

Unten verlinke ich dir noch das Video von Marianne.
Ich bin sehr neugierig wie du darüber denkst und lass mich wissen, ob du bei dir den schmalen Grad erkennen kannst. Ich muss ehrlich sein, manchmal erkenne ich ihn bei mir auch nicht und manchmal komme ich erst später darauf.
Nobody is perfect <3

Ich wünsche dir einen tollen Tag und freu mich darauf von dir zu lesen.
Deine Erika

Romantic Love – Marianne Williamson
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