Oder anders gefragt, will jeder Mensch wirklich glücklich sein? Man könnte meinen ja, ist es doch das was man hört wenn man tiefer fragt. Man wünscht sich eine glückliche und erfüllte Beziehung, einen Job den man mag oder der gut bezahlt wird (je nachdem worauf der Fokus liegt) wenn man krank ist möchte man gesund sein.
Es gibt verschiedene Techniken mit denen man hinter eine Aussage schauen kann, was ist der Antrieb, was sind die Werte und welches Ziel steht hinter dieser Aussage. Aber das soll in diesem Beitrag nicht das Thema sein, wenn man als Coach in das Thema dann reingeht, kommt schnell zu dem Punkt, dass Menschen mit ihren Wünschen ein positives Gefühl verknüpfen und dieses wollen sie erreichen. Ich definiere es mal grob als Glücklichsein!

Aber lasst uns mal die Bereiche, die dafür nötig sind beleuchten:

Beziehungen/Partnerschaft & Beruf & Gesundheit

Natürlich weiß ich, dass man noch viele andere dazu nehmen könnte, aber diese 3 Bereiche sind die, die als große Überschriften eigentlich alles zusammenfassen. Und jeder der Bereiche kann ganz verschieden sein und auch je nachdem in welchem Lebensabschnitt man sich befindet, bedeutender oder unbedeutender. Ein Teenager, der sich das erste Mal verliebt ist fokussiert auf Partnerschaft, jemand der sich für eine Ausbildung oder ein Studium entscheiden muss wahrscheinlich überwiegend im Beruf, und wenn man Krank ist oder jemanden in seinem Umkreis hat der vielleicht eine schlimme Diagnose bekommen hat, dann wird es wohl eher Gesundheit sein. Je nachdem wo man sich gerade befindet und welche Gewichtung man selbst für die Bereiche, aufgrund von Prägung oder Erfahrung, gelegt hat.

Aber manche Menschen wollen
eigentlich gar nicht glücklich sein!

Und das meine ich tatsächlich ernst. Manche Menschen sind so in ihren Mustern gefangen, dass sie zwar gerne glücklich wären aber sollten sie ihr unglückliches Leben tatsächlich in die Hand nehmen, würde ihnen etwas fehlen.
Erst diese Woche wurde ich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass ich mich verändert hätte. Für viele Menschen vielleicht eine furchtbare Aussage, doch das Leben besteht aus Veränderung. Aus einem Samen wird eine Blume, aus einem Welpen ein Hund. Das Leben ist Veränderung, vor 4 Wochen noch war unser Leben ein anderes als jetzt da uns die Corona-Krise voll im Griff hat. Ich persönlich finde den Satz: Bleib wie du bist, ganz furchtbar!

Es würde ja bedeuten, entwickel dich bloß nicht weiter, lerne ja nicht aus deinen Fehlern und lerne bloß niemals etwas neues dazu. (Etwas überspitzt) Ein Samen dem man sagt, bleib wie du bist wird sich niemals als die wunderschöne Blume präsentieren können die in ihr steckt. Nun ja, zurück zu, manche Menschen wollen eigentlich gar nicht glücklich sein.

Wenn man unglücklich ist, bedeutet es das man was ändern muss! Ganz simple und kein großes Geheimnis. Genau das habe ich vor Jahren auch getan, mir mein Leben angesehen und dann die Bereiche verändert, die mich unglücklich gemacht haben. Und das ist ein kontinuierlicher Prozess und endet eigentlich nie, weil man sich ja weiterentwickelt, wie eine Blume eben. Zuerst langsam der Stängel, dann die Blätter und irgendwann die Blüte. Die sich auch von der Knospe zur Blüte weiterentwickeln muss. Und dafür muss sie ihre vorherige Form verändern.

Nur das der wichtigste Bereich man selbst ist, denn egal was du in den anderen Bereichen änderst, Partner, Arbeitgeber, Medikamente, wenn DU dich nicht änderst wird es früher oder später wie vorher sein. Und da passt die Blumen Metapher wieder ganz wundervoll. Wenn die Blume selbst nicht wächst und sich weiterentwickelt, bringt neue Erde oder ein neuer Platz gar nichts. Sie selbst muss sich entfalten. Das außen kann zwar begünstigend wirken aber sie selbst muss sich aus einem kleinen Samen, Stück für Stück bis zur vollen Blüte entwickeln.

Doch genau davor schrecken viele zurück und bleiben lieber Unglücklich!

Es ist halt viel einfacher alle anderen dafür verantwortlich zu machen, dass es einem selbst schlecht geht. Man sieht immer nur sich selbst. Wie auch bei mir diese Woche. Mir wurden nur einseitige Vorwürfe entgegen gebracht, subjektiv von dieser Person. Was sie jedoch völlig außer acht gelassen hatte, war die andere Seite. Meine Perspektive der ganzen Situation. Hätte sie sich auch nur ein einziges Mal gefragt wie es wohl auf meiner Seite aussieht, wäre es gar nicht zu diesem Disput gekommen. Hätte sie sich gefragt welche Verantwortung sie selbst an dieser Situation hat, oder was sie eigentlich dazu beiträgt, dass es so ist wie es ist, dann hätten wir diese Diskussion nicht führen müssen.

Aber warum hat diese Person das nicht gemacht oder warum tun das generell so wenig Menschen?
Etwas was mir in meinen Coachings auffällt ist, dass es bequemer ist alles so zu belassen wie es ist und das sich viele Tatsächlich mit ihrem Unglück sein identifizieren. Sie jammern ständig, das würde zum Beispiel sofort wegfallen, also worüber reden? Sie könnten sich nicht mehr in ihrer Opfer Rolle verstecken und alle anderen verantwortlich machen und was noch schlimmer wäre, sie würden aufhören sich ständig die Bestätigung zu holen, dass sie nichts Wert sind. Und auch wenn das fast unglaublich klingt, stell dir doch nur mal die Frage: Warum ändern sie dann nichts?

Eben, weil sie unglücklich sein wollen!

Traurig aber leider wahr. Also wenn du mit deinem Leben irgendwo nicht ganz zufrieden bist, dann frag dich mal welchen Anteil du daran hast. Gib mal nur für einen Moment nicht allen anderen die Schuld, denn das bedeutet du willst eigentlich nichts ändern. Schau dir mal an, was du eigentlich dazu beiträgst, dass die anderen überhaupt so mit dir umgehen. Hört sich komisch an, ist aber tatsächlich so. Und wenn du wirklich wirklich glücklich sein willst, bist du auch bereit DICH dafür zu ändern? Dinge zu lernen, dich selbst besser kennen zulernen? Dich selbst zu hinterfragen bevor du die Verantwortung wieder abgibst? Die Verantwortung abzugeben ist der leichte Weg und deswegen gehen ihn auch so viele Menschen.
Wenn du aber wirklich glücklich sein willst, dann fängt alles bei dir an! Nicht bei jemandem anders.

Werde zu einer Blume und bleib kein Samen.
Das Leben ist dafür da sich zu entwickeln und aufzublühen.
Es ist manchmal nicht einfach aber ist es so wie es jetzt ist wirklich besser?

Alles Liebe
Deine Erika