Es gibt Tage oder Phasen im Leben, die einfach nur zum Kotzen sind. So einen Tag habe ich heute mal, deswegen dachte ich mir, ich schreibe mal darüber. Vielleicht kennst du solche Tage, da wacht man auf und denkt sich schon, Nee bitte nicht. Bei mir ist das zwar heute ohne bestimmten Grund, aber es ist halt einfach so. Diese Tage wirken manchmal ewig lange und alles, aber auch alles geht einem auf die Nerven. Der Stau, die Kollegen, die Kunden, das Wetter, halt einfach alles, ausnahmslos. Die Gründe können verschieden sein, vielleicht wie bei mir einfach mal so, die Hormone, irgendetwas bestimmtes, was passiert ist oder auch eine Verletzung oder nicht so schöne Erfahrung.

Im Leben gibt es hunderte, wenn nicht tausende Dinge, die einem die Laune ganz schön vermiesen können.

In den letzten Jahren habe ich sehr viel daran gearbeitet, dass mich diese ganzen Dinge im Außen nicht so mitnehmen, es gibt viele tolle Möglichkeiten und Tools. Jedoch ist es genauso wichtig, auch mal so einen Tag hinzunehmen und ihn bewusst zu erleben. Immer wenn unsere Laune den Bach runter geht, hat das irgendeinen Grund. Es kann offensichtlich sein oder auch mal versteckt.

Im Leben geht es nicht darum
24 Stunden an 365 Tagen nur glücklich zu sein.

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und gewöhnen uns sehr schnell an Zustände und Situationen. Diese Gewohnheiten machen uns die Abläufe einfacher, jedoch vergessen wir dann auch sehr schnell wie es vorher war. Wir gewöhnen uns an das, was wir haben, nehmen wir zum Beispiel ein höheres Gehalt. Kaum ein paar Monate danach, ist es völlig normal für uns, diese Menge an Geld zu verdienen und auch unsere Lebensumstände passen sich an. Auf einmal ist es normal für uns. Genau das gleiche Prinzip greift auch auf emotionale Zustände. Haben wir sie eine Weile kontinuierlich, werden sie zu unserer neuen 0er Linie und wir nehmen sie als normal und Minimum an. Gut beobachten kann man das bei vielen frisch verliebten. Sie schweben ein paar Monate auf Wolke 7 und irgendwann gehen sie davon aus, dass dieses Gefühl ja für immer bleiben müsste. Sie erwarten, dass Liebe sich immer anfühlt wie verliebt sein, was aber alleine aufgrund der Hormone schon nicht möglich ist.

Wissenschaftlich konnte man eine Phase zwischen 3 und 18 Monaten feststellen, in denen dieses Hoch an Verliebt sein stattfindet
(tatsächlich hat verliebt sein was mit den Hormonen
Dopamin, Adrenalin und  Oxytocin zu tun
und die lassen nach spätestens 18 Monaten nach).

Nach dieser Phase nehmen die Verliebtheitshormone und halt auch der starke emotionale Zustand ab. Viele trennen sich genau dann, weil sie eben glauben dieses Gefühl müsste immer anhalten. Wie jeder weiß, der schon einmal länger als 2,5 Jahre mit jemandem in einer Beziehung war, hat aber eben Liebe nichts mit diesem Verliebtheitsgefühl zu tun. Liebe geht sehr viel tiefer und vor allem durch eine Menge Tiefs, in denen man sich näher kommt. Für mich sehe ich Tage wie heute als kleines notwendiges Übel, damit ich die schönen Tage noch intensiver genießen kann. Alles hat 2 Seiten und alles braucht diese 2 Seiten um sich zu entfalten. Die Nacht den Tag, die Natur Sonne und auch Regen, wir Menschen gute und mal schlechte Tage. Und allein dass man sich erlaubt, auch mal einen schlechten Tag zu haben, vereinfacht das Leben ungemein. Was mir aber besonders wichtig ist und ich hier heute mit dir teilen möchte ist:

Niemand ist schuld daran, dass es dir so geht, daher lasse es niemals an anderen aus.

In emotionalen Situationen, in denen es einem nicht so gut geht, neigt der Mensch dazu, sich besonders zu schützen. Das ist eine unterbewusste Funktion und diente früher dazu, unser Überleben zu sichern. Dieses Schützen bedeutet im Zusammenhang mit negativen Tagen, dass wir empfindlicher und gereizter sind. Wir nehmen uns Dinge schneller zu Herzen und fühlen uns schnell persönlich angegriffen. Nicht selten wird dann zurück auf andere gefeuert und unfreundlich, gereizt und verletzend mit anderen Menschen umgegangen. Ich würde wetten, dass du das schon mal erlebt hast, jemand, der schlecht drauf ist, macht dich dann blöde an. Um mehr miteinander und weniger gegeneinander zu schaffen, müssen wir besonders in solchen Situationen bewusst daran denken, dass die anderen nichts dafür können, sonst werden wir zu diesen Kanonen, die abfeuern ohne Grund.

Auch mir fällt es schwer, an Tagen wie heute immer und bei allem nett zu bleiben, doch sage ich mir selbst immer wieder, oder auch mit einem Post-It: Es kann keiner was dafür, dass es mir heute so geht. Und schaue damit, dass ich den Menschen um mich herum nicht auch noch die Laune verderbe. Alles darf sein, auch schlechte Tage. Es sind aber deine schlechten Tage und müssen nicht die von anderen werden.

Und weil auch mal schlechte Laune sein darf, hab ich hier ein Buch bei dem du dann alles so richtig raus lassen kannst.

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In diesem Sinne wünsche ich dir einen ruhigen Tag und alles Liebe.

Deine Erika