Kennst du das Lied: *No Drama von James Hype feat Craig David*? Nein dann musst da mal rein hören. Der Text ist einfach nur super und sobald ich merke ich falle ins Drama, höre ich mir jetzt dieses Lied an und muss über mich selbst lachen.

Letzte Woche hatte ich mal wieder einen ganzen Tag für mich alleine, gefühlt ist das ewig her. Vor 4 Jahren wäre das für mich einer der schlimmsten Strafen überhaupt gewesen, bzw. ich hätte mindestens 1 Million Sachen gefunden mit denen ich mich ablenken könnte. Heute bedeutet ein Tag für mich, wirklich für mich! Kein TV, (fast) kein Handy, keine Menschen, keine Ablenkungen. Ich verbringe bewusst Zeit mit mir. Ich muss fast lachen wenn ich das schreibe, hätte mir das jemand damals so erklärt, ich hätte ihn gefragt ob er einen Psychiater braucht. Kein Spaß!

Du bist der Mensch
mit dem du die meiste Zeit
deines Lebens verbringen musst,
Sei dein Lieblingsmensch!

Mittlerweile liebe ich solche Tage, auch wenn sie am Anfang irgendwie komisch sind. Mal wieder bewusst runter zu kommen, bei dem hektischen Leben was wir haben ist das nicht unbedingt einfach. Alles ist schnell und wird immer schneller. Der Mensch ist ein absolut spannendes Wesen und an solchen Tagen nutze ich bewusst die Zeit um mich mal wieder selbst zu beobachten. Bei anderen machen wir das ja auch, warum also nicht mal bei einem selbst.

Unser Gehirn ist auf Muster programmiert,
diese wiederholen wir immer und immer wieder.
Die meisten nehmen wir gar nicht bewusst war,
sie werden zum Automatismus.

Automatische Abläufe brauchen wir Menschen, jeder hat welche. Nehmen wir das Autofahren. Am Anfang musst du dich konzentrieren aber eines Tages läuft es voll automatisch ab. Solche Automatismen gibt es auch in der Sprache. An solchen Tagen kann man zum Beispiel mal schauen, was haben sich in meinem Leben für Muster eingeschlichen?  Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit oft die Floskel – mal sehen und aha – verwende. Und das ich in letzter Zeit nicht unbedingt gut mit mir selbst spreche. (Schon wieder so eine Aussage die auf einen Psychiater deuten lässt) Doch jeder Gedanke, jedes imaginäre Gespräch, jedes *warum habe ich das falsch gemacht* zu dir selbst, sind Selbstgespräche. Und auch dort bilden sich schnell Muster.

Es passiert dir irgendwas, und zack wirfst du dir das vor. Zum Beispiel: ich bin zu blöd dafür, warum schaffe ich es einfach nicht, ich kann das nicht…

Das sagst du dir einmal und dann irgendwann immer öfter, wenn du nicht drauf achtest. Der Automatismus ist dann folgender: dir gelingt was nicht und zack nimmst du diesen Satz als Begründung. Aber auch genauso verwenden wir Wörter, Bezeichnungen und Stigmata für andere. Macht jetzt jemand, zum Beispiel etwas das uns nicht gefällt oder hat etwas an sich was uns suspekt ist, stempeln wir ihn ab. Wir stecken ihn in eine Kategorie und sortieren diesen Menschen in die verschiedensten Persönlichkeitsmerkmale ein, das allerdings hat überhaupt nichts mit dem Menschen an sich zu tun, sondern ist nur ein Ergebnis unserer eigenen inneren Welt. Oft reicht es aus, wenn wir mit einem Menschen auf der Welt eine nicht so tolle Erfahrung gemacht haben und schon sind alle die danach kommen genauso. An Tagen an denen man mal alleine ist, kann man sich genau solche Sachen ansehen. Wo haben sich bei einem selbst Muster eingeschlichen, wie rede ich aktuell mit mir, was beschäftigt mich. Wichtig ist dabei, dass es nicht ums optimieren geht, von wegen ich muss besser sein oder es besser machen, sondern nur reines Wahrnehmen. Ganz nach dem Motto: Was geht ab bei mir?

Wenn ich jetzt zum Beispiel meine eigenen Floskeln her nehme, -mal sehen und aha- merke ich für mich, dass ich mich aktuell in einer abwartenden und erwartungsvollen Haltung befinde. Ich bin nicht sonderlich aktiv, oder wirken diese Worte auf dich energievoll und aktiv? Die Worte die wir verwenden spiegeln immer eine Haltung, Einstellung oder Muster. Wie genau, kannst aber nur du selbst für dich definieren, jedes Wort wird von jedem Menschen unterschiedlich aufgenommen und interpretiert. Genau das macht ja Kommunikation und Sprache so extrem vielfältig. Für den einen kann zum Beispiel aktiv etwas ganz anderes bedeuten wie für den anderen.


*We don´t need no drama, Don´t need problems in my head!*
Wir brauchen kein Drama, keine Probleme im Kopf!

Songtext No Drama

Ist eine der ersten Zeilen in dem Lied wovon ich oben geschrieben habe. Und genau dort entsteht Drama, in deinem und meinem Kopf!

Wir geben Worten, Menschen und Verhalten eine Bedeutung die in uns Drama entstehen lässt. Und wenn man sich das nicht hin und wieder mal ansieht, was sich da für Gebilde, Muster und Automatismen gebildet haben, landen wir schneller im Drama als was wir schauen können.  Und je ruhiger und bewusster du zu dir selbst bist, umso weniger Drama entsteht in und um dich herum. Einer meiner Tricks hab ich dir oben schon beschrieben, ich verwende Musik um mich immer wieder zurück zu holen. Ärgert mich was, dreht sich mein Kopf zu schnell, mach ich mir Musik an und singe und tanze (ja auch im Auto;). Schau mal was für dich funktioniert, um etwas Abstand zu bekommen und dann schau dir an was da genau los ist. Sind es Muster? Worte? Irgendwelche Stempel die du verteilt hast? Was ist es, was dich ins Drama fallen lässt.

Zu diesem Thema gibt es ein besonderes Buch was ich dir ans Herz legen kann. Es ist ein Buch was ich immer wieder mal aufschlage und die kleinen Geschichten liebe. Sie beruhigen mich etwas und helfen mir in Situationen in denen in mir das Drama wieder stärker wird.

Ich wünsche dir eine wundervolle entspannte Woche.

Deine Erika

Schon in eingen anderen Blobgeiträgen habe ich über die Macht unserer Gedanken geschrieben, wenn du diesen Beitrag noch nicht kennst, möchte ich dir ihn empfehlen. Er geht noch ein bisschen tiefer in die Thematik der Kommunikationsebene 1 ein.
https://diemithut.com/2019/02/17/das-geheimnis-gelungener-kommunikation-kommunikationsebene-1/