Die meisten Menschen wissen ganz genau, was sie nicht wollen, das ist dann meist das, worüber sie non-stop jammern und meckern.

Tatsächlich treffe ich hingegen nur sehr selten Menschen, die genau wissen, was sie wollen. Ging es mir selbst auch lange so. Irgendwie verlernen wir im Laufe unseres Lebens zu träumen, als Kind hatte man das Gefühl, einem steht die ganze Welt offen und Grenzen gibt es keine, außer die Mama und den Mittagsschlaf vielleicht. Irgendwann dann fängt der *Ernst des Lebens* dann an, wir gehen in die Schule und hören dann, dass wir keine Prinzessin oder Prinz sein können. Kleine Kinder sind für mich die größten Lehrer, bevor sie von der Welt in ein Korsett gezwungen werden, sind sie nämlich noch richtig sie selbst. Kleine ganz eigene Persönlichkeiten, die einfordern, was sie gerade als wichtig empfinden und gleichzeitig völlig angstfrei die Welt entdecken. So kleine Kinder wissen meist genau, was sie wollen. Und dann kommt das Leben… Vor einer Woche war ich auf einer Veranstaltung auf meiner FH und war dort mit sehr jungen Studenten bei einer Präsentation. Als dann der Vortragende in die Runde fragte, was man mal machen mag, wussten über der Hälfte der Studenten gar nicht, was sie mal genau nach dem Studium machen wollen. Sie studieren halt mal und sehen dann weiter. Es klang für mich ein wenig nach der Einstellung, irgendwas wird schon kommen. Aber was kommt dann? Sicher nicht das, was man will! Weil man ja gar nicht weiß, was man will. Diese „mal schauen“- Einstellung erlebe ich auch oft in der Kommunikation mit anderen. Sie reden und reden und drehen sich ein wenig im Kreis dabei. Dabei ist es gar nicht so unterschiedlich und ich glaube, es hängt auch tatsächlich von der Einstellung ab, ob wir das erreichen, was wir erreichen wollen. Nur wenn unsere Einstellung und Ausrichtung steht, können wir klar kommunizieren, was wir wollen. Nur wenn wir wissen, was unser Ziel und unsere Absicht hinter dem Gesagten ist, können wir erwarten, dass wir das bekommen, was wir wollen.

Nehmen wir zum Beispiel eine Gehaltsverhandlung an oder ein Vorstellungsgespräch. Es hat einen immensen Einfluss, wenn du dir im Klaren darüber bist, wie viel du verdienen willst und warum du diesen neuen Job unbedingt haben möchtest. Das gilt nicht nur im beruflichen Kontext, sondern auch im privaten. Menschen fühlen sich in der Regel besser bei Menschen, die klar kommunizieren und bei denen man weiß, woran man ist. Sicher kennst du aus deinem Leben auch so einige Geschichten, bei denen man eben nicht wusste, was der andere eigentlich will und wie unsicher das macht. Einzufordern oder mitzuteilen, was einem wichtig ist, wirkt im ersten Moment sehr egoistisch und forsch, dabei kann man das auch auf ganz leichte und einfühlsame Art machen. Es muss nicht hart sein und den anderen auch nicht vor den Kopf stoßen. Den meisten von uns wurde Selbstbestimmung während der Erziehung ein wenig abtrainiert, so durften wir kein Eis essen, wenn wir eins wollten und mussten ins Bett, wenn die Eltern das für richtig halten. Unterbewusst haben wir damals gelernt, dass wir auf andere hören müssen und uns anzupassen haben. Das macht klarerweise das Durchsetzen von Forderungen etwas schwierig und später lernen viele nicht, wie man diplomatisch seine Forderungen durchsetzen kann. Das sieht man auch gut bei einer Umfrage von Statista.com. von 2019. 70,5 % geben an, dass sie sich überhaupt nicht oder eher nicht durchsetzen können. Erschreckend, wenn ihr mich fragt.

Wie schaffst du es also nun das du endlich das bekommst was du willst?

1. Sei dir ganz klar darüber, was du willst, nicht nur darüber was du nicht willst.

2. Sprich klar und deutlich, erkläre und begründe das, was du forderst. So wird sich auch niemand vor den Kopf gestoßen fühlen und du wirkst nicht forsch.

3. Übe bei den kleinen Dingen des Alltags, zu dir zu stehen. Du willst etwas? Dann mach oder nimm es dir.

5. MACH DICH NICHT KLEINER ALS DU BIST!
Es gibt keinen Grund dafür, das jemand anderes etwas verdient und du nicht.

Denk immer daran, wenn du nicht weißt, was du willst und es der Welt nicht sagen kannst, wird es auch nicht wahr werden können!

Ich wünsche dir eine wundervolle Woche.

Deine Erika