Wo fängt Kommunikation an und wo hört sie wieder auf? Wenn du mir auf Facebook oder Instagram folgst, bekommst du sicher oft mit, dass ich über die Kommunikationsebene 1 schreibe. Auch schon in einigen Blogbeiträgen war sie am Rand ein Thema. Diese Woche möchte ich etwas tiefer gehen. In klassischen Kommunikationstrainings werden viele Anwendungen, Rhetorik und Satzänderungen thematisiert. Ich persönlich bin kein allzu großer Fan davon, für mich fängt Kommunikation ein paar Schritte weiter vorne an. Und zwar bei der Kommunikationsebene 1. Die Basis, der Anfang und die Herkunft von allem. In dem Buch von Dr. med. Miriam Prieß – Resilienz- geht sie sehr gut auf den inneren Dialog ein. Die Art und Weise, wie du mit dir selbst redest und die Auswirkungen davon. Das die Art, wie wir in unseren Gedanken mit uns selbst reden, einen riesen Einfluss auf uns hat, haben auch schon andere wissenschaftliche Forschungen erwiesen. Dazu gehörten schon die Klassiker in der Psychotherapie wie Frankl, Freud, Maslow und Adler. Im Buddhismus ist die innere Welt ein zentraler Punkt, der viel Beachtung bekommt. Auch in der Philosophie wird sich seit Jahrhunderten dem Thema gewidmet, ist doch eins der bekanntesten Zitate
von René Descartes – Ich denke, also bin ich!

Wir hier in Mitteleuropa haben in den letzten Jahren ein wenig von den alten Weisheiten vergessen, kein Wunder, unsere Welt verändert sich in einem enormen Tempo. Digitalisierung, Konsum und Kapitalismus fördern dies nicht wirklich. Doch ist genau das nicht vielleicht der Grund für unsere aktuellen Zivilisationskrankheiten? Herzinfarkt, Krebs, Burnout, Depressionen – fast jeder hat jemanden in seinem Umkreis der eine, vielleicht sogar mehrere, dieser Krankheiten hat oder hatte. Der Mensch ist nicht für diese Art des Lebens gemacht, ist meine persönliche Erkenntnis daraus, wie sonst kommt es dann zu diesen immer mehr werdenden Krankheiten? Sicher darf man den gesundheitlichen Aspekt nicht außer Acht lassen, doch ist unsere Psyche ein wichtiger Bestandteil des Ganzen. Nun ja, ich bin kein Arzt und auch kein Forscher, ich bin nur ein Mensch, der versucht, in dieser schnellen Welt ein Leben zu führen, das sich gut für mich und die Menschen um mich herum, anfühlt.

Deswegen auch mein Herzthema Kommunikation. Und zwar von Anfang an!

Es gibt aus der Bewusstseinsforschung eine wirklich spannende Erkenntnis darüber:

Von 60.000 Gedanken, die du an einem Tag hast, sind
3 % davon aufbauend!
25 % davon schädlich, dir selbst oder deinem Umfeld gegenüber!
72 % sind belanglos und unbedeutend, wirken aber trotzdem!

Und dabei verbrauchen wir mit unserem Gehirn fast 20 % unserer gesamten Kalorien, beeindruckend finde ich, da das nur durch „Denken“ passiert.

Lange habe ich das überhaupt nicht glauben können, meine Gedanken sollen mein Leben und meine Kommunikation beeinflussen? Bis ich mich auf die Selbstexperimente eingelassen habe, und tatsächlich. Die Art, wie du mit dir selbst redest, ist die absolute Grundlage für alles!

Nehmen wir einfach das Beispiel Selbstbewusstsein, ich kennen keinen Menschen auf der Welt der da nicht hin und wieder Probleme hat.

Wenn du also nun an dir zweifelst, was sagst du dir selbst? Vielleicht: ich schaffe das nicht, ich bin nicht gut genug, ich kann das nicht? Oder wenn du dich vor einem Spiegel betrachtest: Ich bin zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, nicht hübsch genug?

Und jetzt kommt jemand und sagt dir: Wow du siehst toll aus! Wie reagierst du? Kannst du ihm das glauben? Obwohl du es dir selbst nicht glaubst und dich mit deinen eigenen Augen ganz anders siehst? Wenn du dir selbst immer sagst, dass du nicht gut genug bist, kannst du es bejahen, wenn es dir jemand von außen sagt?

Und ich meine damit nicht, dass man geschmeichelt ist bei Komplimenten, sondern sich selbst genauso toll findet, wie der andere. Wir Menschen, ich habe auch lange dazu gehört, tendieren dazu, sich von außen die Bestätigung zu holen, die wir uns selbst nicht geben können. Und nicht selten tun wir das auch über unseren Konsum, teure Marken, falsche Nägel, falsche Haare, die neuesten Trends. (Bitte versteh mich nicht falsch, das ist absolut kein Urteilen, ich habe das die letzten 30 Jahre meines Lebens auch gemacht und selbst heute schreit mein Ego noch hin und wieder) Wir fühlen uns nicht gut, in unserem Kopf läuft das eigene runter machen. Die Auswirkungen davon können sehr vielseitig sein, wie oben beschrieben in Form von Veränderungen an einem selbst durch Konsum, aber auch in der Form, andere schlecht zu machen, Angstgefühle und eben auch depressive Verstimmungen, Burnout und Krankheiten zu entwickeln. Alles mehr oder weniger gesteuert über deine eigenen Gedanken. Basierend darauf, wie du die Welt und diese Situation betrachtest. Irgendwann haben wir im Laufe unserer Kindheit vergessen, wie es ist, uns selbst zuzuhören.  Selbst zu entscheiden, ob Dinge einem gut tun oder nicht. Unabhängig davon, was die Gesellschaft, die Eltern und das Außen sagt. Oder hast du schon mal ein kleines 2-jähriges Mädchen gehört, das die Eltern von sich aus gebeten hat, auf eine Low Carb Ernährung umzusteigen? Ich weiß, das ist sehr plakativ, dennoch wir werden nicht mit solchen Gedanken geboren. Irgendwann im Laufe der Zeit fangen wir an, uns über so einen Mist überhaupt Gedanken zu machen, und diese Gedanken bestimmen dein Leben.  Ich habe bewusst das Beispiel mit Selbstbewusstsein genommen, auch wenn es im ersten Moment wenig mit zwischenmenschlichen Kontakten zu tun hat. Einfach aus dem Grund, weil ich sicher bin, dass du diese Stimme in deinem Kopf, die dir sagt, du und dein Körper sind nicht ok, kennst. Jeder kennt sie. Aber auch die Selbstzweifel in diesem Bereich haben einen großen Einfluss auf deine zwischenmenschlichen Kontakte. Wenn du dich und deinen Körper nicht magst, wird es dir sicher schwerfallen, dich zu präsentieren, ob bei einer Präsentation oder einem Bewerbungsgespräch. Bei einem Date oder beim Sex, kannst du dich vielleicht nicht so fallen lassen und du selbst sein und spielst deswegen dem anderen was vor. Oder ganz oft ist es auch der Fall, dass Menschen andere Menschen schlecht behandeln, um sich selbst dadurch besser zu fühlen. Wie oben kurz erwähnt, ich selbst habe diese Bandbreite selbst auch durch, nichts von dem, was ich hier schreibe, habe ich nicht selbst erlebt oder in meinem engsten Umfeld gesehen. In der Kommunikationsebene 1 geht es eben um all diese Gedanken. Und je nachdem, wie du über dich und die Welt denkst, so behandelst du andere. Kommunikation beginnt und endet immer bei einem selbst. Wenn du noch nicht ganz überzeugt bist, schlage ich dir einfach was vor. Rede dir jetzt 2 Minuten lang ein, in Gedanken, du bist zum Kotzen, kannst nichts und dich liebt auch keiner. Was glaubst du wie geht er dir danach? Und dann das Gegenteil, rede dir jetzt 2 Minuten lang ein, das du Großartig bist, schön und alles hinbekommst was du dir vornimmst. Fühlst du dich bei dieser kurzen Übung genauso wie bei der davor? Ich bin mir sicher, dass du den Unterschied sofort spürst. Deswegen empfehle ich dir zum Anfang, einfach Mal deine Gedanken für einen Tag lang zu beobachten. Aber nicht nur so nebenbei, sondern richtig. Am besten nimmst du dir einen kleinen Block mit und schreibst dir, immer wenn du Zeit hast, auf was dich gerade beschäftigt, was du denkst und welche Beurteilungen durch deinen Kopf gehen. Und notiere dir jedes Mal, wenn du in irgendeiner Form nicht gut zu dir bist. Damit ist jeder Satz: Boh bin ich blöd, wie konnte mir das nur wieder passieren, ich checke das nie, mich will eh keiner usw. gemeint.

Probiere es aus, wenn du mir nicht ganz glaubst, völlig in Ordnung. Aber sei ganz ehrlich zu dir selbst dabei.  Was soll schon passieren, ich würde sagen, lass es auf einen Versuch ankommen.

Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.
Marcus Aurelius

Mit dem Thema, eigene Gedanken und deren Auswirkungen, beschäftige ich mich jetzt schon lange. Die Veränderungen von einem selbst sind unglaublich, der erste Schritt ist aber die Wahrnehmung. Was passiert in deinem Kopf und was denkst du.

Auf Instagram habe ich eine Umfrage gemacht, ob euch Buchempfehlungen interessieren und das Feedback war riesig, danke dafür. Oben habe ich kurz einige spannende Wissenschaftler rund um diesen Bereich erwähnt, aktuell ist Dr. Joe Dispenza einer der bekanntesten und faszinierendsten in diesem Bereich. Er erforscht anhand von Screens und EEG´s welche Auswirkungen Meditation und die damit einhergehende Gedanken Wahrnehmung mit unserem Gehirn macht. Dr. Joe Dispenza ist studierter Biochemiker, Doktor der Chiropraxis und hat einen Postdoc in Neurophysiologie gemacht. Wenn du also, so wie ich, nicht nur auf Erzählungen wert legst, sondern die Mechaniken dahinter verstehen willst, und auch wissen willst ob und wie das ganze funktioniert, empfehle ich dir diese beiden Bücher:

Dr. Joe Dispenza, Ein neues Ich  https://amzn.to/2X6H1Xo

Oder von Dr. Mirriam Prieß, Resilienz https://amzn.to/2X8lduv

Ich wünsche dir eine Woche voller wunderbarer Gedanken.

Deine Erika