Kommunikation ist für mich das, was Menschen verbindet, womit sie sich austauschen und mitteilen können. Es gibt sehr viele Dinge, die ein Gespräch beeinflussen. Das können äußere Umstände sein, die Beziehung zwischen den beiden Gesprächspartnern, das entgegengebrachte Vertrauen, Körpersprache und Stimmlage, sowie gemeinsame Erfahrungen, nur um ein paar zu nennen. Seitdem ich mich mit Kommunikation beschäftige, habe ich mir diese Teile und noch viele mehr mal genauer angesehen, bis ich vor noch gar nicht so langer Zeit auf etwas gestoßen bin, das alle Punkte verbindet und Auswirkungen auf jedes Gespräch hat. Unsere Emotionen! Emotionen bestimmen die Ebene, auf der wir anderen Menschen begegnen, wie sie uns wahrnehmen und auch, wie wir mit einer Situation umgehen. Zudem ist es unmöglich, keine Emotionen zu haben. Bei Kindern sieht man das noch sehr stark, im Laufe unseres Lebens verlernen wir aber, diese auszudrücken bzw. manchmal sogar, dass wir welche haben. In der Transaktionsanalyse geht man von 4 Grundemotionen aus: Angst, Ärger, Trauer und Freude. Da Emotionen, Gefühle und Hormone für sich schon ein riesen Thema sind, werde ich nur den Zusammenhang mit Kommunikation und wie du damit umgehen kannst, beschreiben. Diese 4 Emotionen bestimmen im Endeffekt die Qualität unserer Gespräche. Wenn man fröhlich ist und die Emotion Freude verspürt, ist alles relativ einfach, man kann besser zuhören, kann sich selbst gut mitteilen und hat mehr Empathie. Anders ist es, wenn man ängstlich, wütend oder traurig ist. Dann schüttet der Körper Stresshormone aus, man stottert, kann sich nicht erinnern an das, was man sagen wollte, reagiert oft unangemessen und leicht aggressiv, oder bringt gar kein Wort mehr raus. Dass Emotionen im Spiel waren, merkt man vor allem bei Streitigkeiten, wenn man sich selbst danach fragt, warum man jetzt so ausgeflippt ist. Deine Emotion, die in dem Moment eines Gespräches die Überhand hat, hat also Auswirkungen auf deine Kommunikation. Auch wenn ich mich schon lange mit dem Thema beschäftige, passiert es mir auch noch regelmäßig. Erst diese Woche habe ich wieder gemerkt, wie kraftvoll sie sind. Ich war auf dem Weg zu einem großen Kongress und etwas ängstlich, ich kannte dort nur eine Person und ich wusste, dass dort viele angesehene Personen der Branche sein werden. In meinem Kopf schwirrten Gedanken herum wie: Was, wenn die mich nicht ernst nehmen, wenn ich ausgegrenzt und komisch angesehen werde? Wenn ich es nicht schaffe, mit denen in ein Gespräch zu kommen und mich dann verspreche und nur Blödsinn von mir gebe? In diesem Zustand hätte ich es nie geschafft, ein lockeres, freundliches und entspanntes Gespräch zu führen und auf der anderen Seite wäre auch niemand auf mich zugekommen, da ich keine Bereitschaft für ein Gespräch vermittelt habe. Und da war ich also, in einer negativen Gefühlsspirale, obwohl ich ja eigentlich weiß, was das für Auswirkungen hat. Kennst du das vielleicht, bei einem Vorstellungsgespräch, einem Date oder dass du gereizter bist, wenn du einen schlechten Tag hattest und dann mit Menschen, die du liebst anfängst zu streiten? Oder auch andersrum, wenn dein Gegenüber genervt ist und du dann schon eigentlich wenig Lust hast, mit ihm zu sprechen? Zum Glück können wir Menschen aber bewusst Einfluss auf unsere Gefühle nehmen, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, sich aus dem Tief der Emotionen wieder in das Gefühl der Freude zu bringen.

Und damit zu den KommuWas Übungen der Woche:

Meine 2 Lieblingsübungen, die eigentlich immer funktionieren um die Stresshormone wieder aus meinem Körper zu bekommen und mich wieder in eine positive Gefühlslage zu versetzen.  Also was habe ich gemacht? Als ich in dem Hotel angekommen bin, bin ich zuerst aufs WC gegangen, denn mit dieser Gefühlsstimmung irgendetwas zu versuchen bringt einfach nichts. Im WC habe ich mich dann in eine Kabine eingeschlossen und meine High Heels ausgezogen, die sind nämlich zum Springen nicht wirklich praktisch. Und dann los: 30 Mal auf und ab hüpfen und im Kopf leise mitzählen. Das hat gleich 2 Effekte, erstens verlässt du deine Negativspirale, diese ganzen Gedanken der Angst, Trauer und Wut werden an die Seite geschoben. Zum andern bewirkt die dadurch entstehende Vibration im Körper den Abbau der Stresshormone und führt zur Entspannung der Muskulatur. Meistens reicht das schon, um deine Ängste los zu lassen. Dieses Loslassen und wieder runter kommen ist sehr, sehr wichtig, ohne das wird es schwierig, sich in einen positiven Zustand zu versetzen. Das Gefühl von Freude ist verbunden mit einer Ausschüttung von anderen Hormonen, ich fasse sie mal einfach in Glückshormone zusammen (Oxytocin, Dopamin, Serotonin usw.). Um diese Glückshormone bewusst herbei zu führen gibt es auch die unterschiedlichsten Möglichkeiten. Eine ganz einfache ist es, dich an etwas Schönes zu erinnern. Bleib einfach sitzen wo du bist und denke an einen besonders schönen Tag, einen Menschen, den du liebst, eine vergangene Erfahrung, die dich unendlich glücklich gemacht hat. Bleib für 1 Minute sitzen und erinnere dich daran. Wenn das nicht funktionieren will, gibt es eine super Übung von Dr. Vera Birkenbihl. Wenn du hast, nimm einen Stift und stecke ihn dir längs zwischen deine Zähne, so dass sich dein Mund automatisch zu einem Lächeln formt. Und dann halte das so lange, bis du wirklich von Innen anfängst zu lächeln. Wenn du keinen Stift hast, zwing dich zu einem falschen Lächeln. In maximal einer Minute bis du wieder fröhlich, denn wenn wir lächeln (selbst wenn es ein falsches ist), schüttet unser Körper Glückshormone aus. Die beiden Übungen dauern zusammen keine 3 Minuten und du wirst sofort merken, dass du dich anders fühlst. Und das Wundervolle, du kannst diese Übungen auch vor einem Vorstellungsgespräch, einem Date, in einer angespannten Situation, in einem Streit und halt einfach in allen Situationen nutzen, wo du merkst, dass es irgendwie nicht so rund läuft. Denn verantwortlich für eine gelungene Kommunikation sind wir immer selbst. Wir bestimmen, wie ein Gespräch abläuft und was das Ergebnis ist und das geht einfach besser, wenn wir in einer positiven Gefühlslage sind.  Aber dazu nächste Woche mehr.Sehr gerne kannst du mir wieder deine Fragen schicken, ich freue mich über jede Einzelne.

In diesem Sinne und mit einem Lächeln im Gesicht wünsche ich dir eine schöne Woche und viel Freude bei den Übungen.

Deine Erika